Chr 29,13-14: Und nun, unser Gott, wir preisen dich, und wir rühmen deinen  herrlichen Namen. Denn wer bin ich, und was ist mein Volk, dass wir vermögen, auf  solche Weise freigebig zu sein? Denn von dir kommt alles, und aus deiner Hand  haben wir dir gegeben.

In der griechischen Sprache gibt es zwei Ausdrücke dafür: proskuneo und latreno.  Das erste Wort sonnenuntergang-wellenbedeutet „sich verbeugen“ oder „huldigen, sich niederwerfen,  niederknien, um anzubeten“ (Mt 2,2.11; 4,10; Joh 4,20-21; Offb 4,10). Im Alten  Testament bedeutet das am meisten benutzte Wort für Anbetung auch „sich  niederwerfen“; man findet es z.B. in 1. Mose 18,2. Das zweite Wort, das eher für  den Gottesdienst im Heiligtum benutzt wird, wird oft mit „Dienst“ oder „dienen“  übersetzt (Heb 9,1.6.9.14; 10,2; Phil 3,3); aber die richtige Übersetzung muss  „Anbetung“ und „anbeten“ heißen.

Die allgemeine Bedeutung ist also für diejenigen, die sich Gott nähern, Ihn, den  Vater, zu loben und Ihm Ehre zu erweisen in Bezug auf das, was Er in sich selbst  ist. Anbeten bedeutet, Gott etwas zu geben (1Chr 29,13-14). 

Oft ist Anbetung auch das Gegenteil von Beten, denn beim Beten bittet man  üblicherweise um etwas, bei der Anbetung gibt man Gott etwas. Es ist wahr, man  kann auch im Gebet Gott anbeten und diese Anbetung schließt die übliche  Bedeutung des Wortes ein, aber ich kann beten, ohne anzubeten. 

Gewöhnlich ist man der Meinung, dass die „öffentliche Anbetung“, der öffentliche  Gottesdienst, dazu da ist, dass Sünder sich durch die Predigt bekehren oder die  Gläubigen erbaut werden. Das Evangelium Ungläubigen zu verkündigen, ist nicht  Anbetung, auch wenn es dazu führen kann, dass dies in einem Herzen, das sich  der Gnade Gottes öffnet, geschieht. Anbetung ist auch nicht Nachdenken über  Gottes Wort, auch wenn es dadurch zum Lobpreis bei den Erkauften des Herrn  kommen kann.

Den Dienst am Evangelium mit dem Dienst der Anbetung zu vermischen, ist  gefährlich und dazu geeignet, den Unterschied, den Gott zwischen der Welt und der Gemeinde gemacht hat, zu zerstören. Irgendeine Predigt zu hören ist nicht Anbetung. Die Predigt hat ihren Ursprung bei Gott und  kommt zum Hörenden von oben herab, während die Anbetung vom Herzen des Gläubigen zu Gott aufsteigt. Leider ist in der  Christenheit die Anbetung fast verloren gegangen! Die Welt wird eingeladen, Gott anzubeten, während Gottes Volk sich da hineinmischt. In derselben Versammlung wird dann den Ungläubigen das Evangelium gepredigt. Gottes Wort möchte diese beiden  Dinge auseinanderhalten; Satan hat sie zum Nachteil der Kinder Gottes und zur Unehre des Herrn vermischt, denn es steht  geschrieben: „Das Opfer der Gottlosen ist dem HERRN ein Gräuel“ (Spr 15,8; 21,27; vgl. auch Jes 1,10-15 und Ps 50,14-21). 

Die wahre Anbetung ist nichts anderes als die frohe Antwort und der Dank des Herzens an Gott, wenn es von den erhaltenen  Segnungen aus der Höhe erfüllt ist … Es ist die Ehrerbietung und Anbetung gegenüber Gott wegen dem, was Er in sich selbst ist,  und wegen dem, was Er für diejenigen ist, die Ihn anbeten. Anbetung ist das, was uns im Himmel beschäftigen wird, und schon hier auf Erden ist sie für uns ein gesegnetes Vorrecht … Die Anbetung ist gemeinsame Huldigung an Gott, ob durch Engel oder  Menschen … Gott loben ist danken, und sich in geistlicher Beugung der Eigenschaften Gottes, seiner Gnade und Macht erinnern,  das ist wirkliche Anbetung. In der Anbetung nähern wir uns Gott und richten uns an Ihn (J.N. Darby).

Die jüdische und die christliche Anbetung

Heb 9,7-8: … in die zweite aber einmal im Jahr allein der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verirrungen des Volkes darbringt, wodurch der Heilige Geist dieses anzeigt, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbart ist. Heb 10,19: Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch.

Lies Hebräer 9-10.

Unter dem Gesetz war Gott bekannt als derjenige, der fordert, und nicht als derjenige, der gibt. Sein Segen war auf Gehorsam  gegenüber seinen Geboten gegründet. Er wohnte im Dunkel (5Mo 4,11; 5,22-23). Er offenbarte sich nicht. Nicht dass das Gesetz  schlecht gewesen wäre (es ist im Gegenteil heilig, gerecht und gut), aber der sündige Mensch konnte den gerechten Forderungen  nicht nachkommen. Wenn es nicht übertreten worden wäre, wäre Gott derjenige gewesen, der empfangen hätte. Aber im  Evangelium ist Er immer derjenige, der gibt! Er gab denjenigen, die nichts anderes als das ewige Verderben verdient hatten, das  Beste, das Er hatte. 

Im Hebräerbrief wird der Unterschied der Stellung eines Israeliten gegenüber der Stellung eines Christen beschrieben. Für den  Israeliten war der Weg zum Heiligtum noch nicht geöffnet (Heb 9,8). Die dargebrachten Opfer konnten noch nicht die Sünde  wegnehmen (Heb 9,9; 10,4.11). Der Hohepriester musste für seine eigenen Sünden opfern (Heb 5,3). Der Christ aber ist für immer  vollendet (Heb 10,14), sein Gewissen ist gereinigt (Heb 9,14). Er hat auf diese Weise völligen Zutritt zum Heiligtum, denn der  Vorhang ist zerrissen und der Weg zu Gott offen (Heb 10,19-22).  Die Gnade Gottes ist die Quelle von allem: Gott ist der Gebende! 

Die Gabe Gottes — die Grundlage der Anbetung seiner Kinder

Lies Johannes 4,1-30.

Joh 4,10: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest, wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so hättest du ihn  gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

Diese Worte Jesu sprechen von den Strömen der Gnade Gottes, die von dem Sohn durch den Heiligen Geist in unser Herz fließen;  und wie die Wasser eines Flusses wieder zu ihrer Quelle zurückfließen, so geschieht auch Anbetung. Sie ist der Ausdruck der  Seele, die Gott als den Gebenden erkannt hat; sie kennt den Sohn, durch welchen die Gabe vom Himmel herunterkommt; sie hat  das lebendige Wasser Gottes, den Heiligen Geist, geschmeckt. Durch diesen Geist hat sie in ihrem Herzen eine Quelle lebendigen  Wassers bekommen, die ins ewige Leben quillt, und durch Anbetung und Lobpreis steigt sie wieder zu ihrer Quelle nach oben  empor (Joh 4,10.14.21). Es ist die Antwort einer Seele, die entdeckt hat, dass sie durch den Ratschluss Gottes gerettet und  geheiligt ist und dass dieser Ratschluss durch Gott den Sohn geschehen ist, durch ein Opfer, das die Sünden für immer  ausgelöscht und dem Sünder damit ein völlig gereinigtes Gewissen gegeben hat. Der Heilige Geist gibt dem Sünder Zeugnis  davon: „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken“ (Heb 10,7-17). 

Die Seele solch eines Gläubigen ruft: „Abba, Vater“, der Name, der all jenen geoffenbart ist, die die „Gabe Gottes“ empfangen  haben und denen Er das „Recht [gab], Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12). Sie gehören zu den „wahren Anbetern“, die der Vater  sucht, damit sie Ihn „im Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,23).

Gott die Früchte bringen, die Er wünscht

Lies 5. Mose 26,1-11.

5. Mo. 26,1: … so sollst du von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens nehmen, die du von deinem Land einbringen wirst, das  der HERR, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an den Ort gehen, den der HERR, dein Gott erwählen wird, um  seinen Namen dort wohnen zu lassen.

Als die Israeliten im Land Kanaan angekommen waren, mussten sie Gott an dem Ort, den Er erwählt hatte, dass sein Name dort  wohne, von den Erstlingsfrüchten des Landes opfern. Der treue Israelit musste zum Hohepriester gehen und vor ihm bekennen,  dass er nun in das Land, das Gott ihm gegeben hatte, eingegangen ist; und indem er Gott seinen Korb mit den Erstlingsfrüchten  opferte, bezeugte er damit diese Tatsache. Ohne vorher in das verheißene Land eingegangen zu sein, es in Besitz genommen zu  haben und darin zu wohnen, war solch ein Dienst der Anbetung ja nicht möglich. Für uns als Christen bedeutet das, dass wir in  dem Maße anbeten, wie wir uns der Segnungen, die uns in Jesus Christus gegeben sind, bewusst sind (Eph 1,3; 2,4-6.18).

Dann musste der Israelit sagen: „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater; und er zog nach Ägypten hinab und hielt sich dort auf  als ein geringes Häuflein; und er wurde dort zu einer großen, starken und zahlreichen Nation. Und die Ägypter misshandelten uns  und bedrückten uns und legten uns einen harten Dienst auf. Da schrien wir zu dem HERRN, dem Gott unserer Väter; und der  HERR hörte unsere Stimme und sah unser Elend und unsere Mühsal und unseren Druck. Und der HERR führte uns aus Ägypten  heraus mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit großem Schrecken und mit Zeichen und mit Wundern; und er brachte  uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, das von Milch und Honig fließt. Und nun siehe, ich habe die Erstlinge der  Frucht des Landes gebracht, das du, HERR mir gegeben hast“ (5Mo 26,5-10). Dann stellte er diese Gaben vor den HERRN, seinen  Gott, und verneigte sich vor Ihm. 

Die Erinnerung an seinen Zustand als schuldiger Sünder lässt den Anbetenden noch inniger anbeten. Die „Früchte“, die er Gott  darbringt, sind „die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Heb 13,15), diese sind „geistliche Schlachtopfer, Gott  wohlangenehm durch Jesus Christus“ (1Pet 2,5). Solch ein Lobgesang ist „lieblich“ (Ps 147,1), er entsteht durch das, was der  Heilige Geist den Gläubigen über seinen Retter und Herrn Jesus Christus entdecken ließ.

Dies ist Anbetung. Der Anbetende sitzt selbst in den himmlischen Örtern in Christus, gesegnet mit allen geistlichen Segnungen; er  bringt dem Herrn die köstlichen Früchte des Lobpreises und der Anbetung dar, die aus seinem Herzen, das voll von Christus ist,  kommen.

Joh 4,23-24: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden;  denn ach der Vater sucht solche als seine Anbeter. 24 Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit  anbeten. Phil 3,3: Denn wir sind die Beschneidung, die wir durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesus rühmen und nicht  auf Fleisch vertrauen. 

Wahre Anbetung ist kein irdischer, formaler Gottesdienst, der durch das Gesetz geprägt und bestimmt wird. Der jüdische  Gottesdienst ist zu Ende (Heb 7,12.18-19; 8,13). Die christliche Anbetung muss von den Schriften des Neuen Testaments geleitet  sein, sie entspricht dem, was Gott ist; sie setzt also voraus, dass Gott sich völlig geoffenbart hat

Der Vater sucht Anbeter

Lies Johannes 4,1-26 und 1. Johannes 3,2.

Joh 1,23: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden;  denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.

Israel war der Sohn Gottes, sein Erstgeborener (2.Mo 4,22); die Söhne Israels waren Söhne des Ewigen, ihres Gottes (5.Mo 14,1).  Gott war der Vater Israels und Ephraim war Sein Erstgeborener (Jer 31,9). Aber sie hatten Gott nie als Vater angebetet: „Niemand  … erkennt den Vater als nur der Sohn und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will“ (Mt 11,27). Diese Offenbarung ist eine  persönliche: Gott in seiner Beziehung zu seinem himmlischen Volk als Vater erkennen und Ihn als solchen anbeten.

Diese Erkenntnis haben wir durch den Sohn: „… der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht“  (Joh 1,18). Nach seinem vollbrachten Werk hat der Herr Jesus die Seinen in diese Verbindung mit dem Vater eingeführt: „Ich fahre  auf zu meinem Vater und eurem Vater“ (Joh 20,17). Der Apostel Johannes schreibt den Kindern im Glauben: „Ich schreibe euch,  Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt“ (1Joh 2,14). 

Die Israeliten mussten jedes Jahr drei Mal nach Jerusalem gehen, um dort anzubeten (5Mo 16,16). Während des Tausendjährigen  Reiches werden alle Nationen jedes Jahr nach Jerusalem hinaufziehen, um dort anzubeten (Sach 14,16-19). Aber Gott sucht  wahrhaftige Anbeter, für die Anbetung keine äußere Form, sondern eine Herzenssache ist. 

In Johannes 4,21 sagt der Herr zu der Frau am Brunnen bei Sichar: „ … es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch  in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ Der Name des Vaters ist dieser armen Sünderin vorgestellt worden als jemand, der von  Herzen angebetet werden soll, wenn das Herz durch die Gnade erneuert sein wird. Ohne Zweifel musste dieser Name sie  anziehen, denn was gibt es Schöneres für die Seele eines Waisenkindes als der Name des Vaters? Allerdings konnte sie diese  Wahrheit noch nicht verstehen, aber die Stunde würde kommen, wo sie verstehen wird, denn allein der Herr kennt diese Stunde.  Selbst die Jünger, die immer mit dem Herrn zusammen waren, verstanden den Namen des Vaters erst, als der Herr Jesus ihnen  den Namen des Vaters vor dem Kreuz offenbarte, obwohl sie von Ihm gelehrt worden waren, den Namen des Vaters im Gebet  auszusprechen (Joh 14,7.10; Mt 6,7.13). 

Wir wollen nicht vergessen, dass der Tod des Herrn Jesus und seine Auferstehung notwendig war, damit jemand diese neue  Verbindung als Sohn zum Vater erfassen kann. Er hat es selbst gesagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,  bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht“ (Joh 12,24). Er musste sterben und auferstehen, bevor Er der Maria  Magdalena erscheinen konnte, um ihr zu sagen: „Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem  Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott“ (Joh 20,17). Christus musste in den Himmel hinaufsteigen und der  Heilige Geist musste herabkommen, bevor der von neuem geborene Sohn rufen kann: „Abba, Vater“ (Joh 20,17.22; Röm 8,15). 

Nur Söhne können den Vater kennen und anbeten. Der Name unseres leiblichen Vaters wird als solcher nur von der Familie  gekannt. So verhält es sich auch gleicherweise mit denjenigen, die von dem Geliebten angenommen sind; nur diese kennen den  Namen des Vaters wirklich. Nur durch die Söhne wird sein Name geehrt. Der Herr Jesus sagt: „Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen" (Heb 2,12)

Wen beten wir an?

Sonnenuntegang-wasserMt 4,10: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. Jak 1,10-11: Und sogleich, als er aus dem Wasser  heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herniederfahren. Und eine Stimme erging aus den  Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden

Der Herr Jesus antwortete Satan, der Ihn mit den Herrlichkeiten der Welt versuchen wollte: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du  anbeten und ihm allein dienen“ (Mt 4,10). Als Er feststellte, dass sein Volk Ihn verwarf, sagte Er: „Ich preise dich, Vater, Herr des  Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater,  denn so war es wohlgefällig vor dir“ (Mt 11,25). Der Herr Jesus betet Gott, seinen Vater an. 

Der Apostel Paulus kannte einen Gott und Vater, der Ihn gesegnet hatte mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern,  in Christus (Eph 1,3), und diese Erkenntnis erfüllte sein Herz so sehr mit Anbetung, dass der Lobpreis zu Gott emporstieg, der die  Ströme seiner Gnade in sein Herz fließen ließ.

Ebenso Petrus; auch er kannte einen Gott und Vater, der ihn wiedergeboren hatte „durch die Auferstehung Jesu Christi aus den  Toten“ (1Pet. 1,3), und dieser Gedanke füllte ebenso sein Herz mit Lobpreis, dass die Anbetung zu dem Gott und Vater des Herrn  Jesus Christus, der ihn so gesegnet hatte, aufstieg.

Wer ist der, den wir anbeten sollen? Hören wir die Antwort in den folgenden Versen: „Und sogleich, als er aus dem Wasser  heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herniederfahren. Und eine Stimme erging aus den  Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,10-11). Hier wird die Dreieinigkeit geoffenbart:  der Vater, der Sohn und der Heilige Geist; drei Personen, zweifellos verschieden und doch, wie es an anderer Stelle heißt: „Der  HERR, unser Gott, ist ein HERR“ (5.Mo 6,4). 

Die Seraphim verhüllen ihr Angesicht vor Ihm und sprechen ohne Unterlass: „Heilig, heilig, heilig“ (Jes 6,2-3). Die vierundzwanzig  Ältesten fallen auf ihr Angesicht und beten Ihn an, indem sie sprechen: „Du bist würdig, o unser Herr und Gott, zu empfangen die  Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie  erschaffen worden“ (Offb 4,10-11). Dem Sohn gebührt dieselbe Ehre, denn „durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden“ (Kol  1,16). Er ist auch der Gott und Retter, der uns gerettet hat durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung durch den  Heiligen Geist (Tit 3,4.6). 

Wenn sich die Anbetung an den Vater richtet, so hat sie zur gleichen Zeit den Sohn zum Gegenstand. Er ist der Mittelpunkt der  Lobpreisung, und das wird bis in alle Ewigkeit so bleiben, so wie wir Ihn in Offenbarung 5 als das Lamm inmitten des Thrones  sehen. Denn durch Ihn steigt unser Lobpreis bis zum Vater auf. Wie gesagt ist Gott der Gegenstand des wahren Gottesdienstes,  Christus dessen Inhalt und der Heilige Geist die Kraft.

„… dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist“ (1Joh 1,5). Er ist ein Gott, der keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben  kann, sodass, „wenn wir (Christen) sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und  tun nicht die Wahrheit“ (1Joh 1,6). Achten wir also darauf, dass wir nicht in der Finsternis wandeln und nicht mit solchen anbeten,  die absolut keine Gemeinschaft mit Ihm haben.

„Gott ist Liebe. Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat,  damit wir durch ihn leben möchten. Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen  Sohn gesandt hat als Sühnung für unsere Sünden“ (1Joh 4,8-10). Ist dies der Gott, den wir anbeten? Kennen wir den Gott, der in  sich selbst Liebe ist; der uns geliebt hat, als wir noch ohne Gott waren; der, als wir noch Sünder waren, Christus für uns in den Tod  gegeben hat; der, als wir noch Feinde waren, uns durch den Tod seines Sohnes mit sich selbst versöhnt hat? Dann wollen wir  diesem Gott die Ehre geben, der sich völlig geoffenbart hat (Röm 5,6-11). Beten wir Ihn also in völliger Zuversicht an, in  Gemeinschaft mit denjenigen, die dieselbe Zuversicht zu Ihm haben, weil sie Ihn kennen.

O Herr, deiner großen Liebesmacht sei Dank und Anbetung dargebracht von deiner erlösten Schar, die ewig verloren war, gerettet  durch deine Liebesmacht. O Herr, deine große Liebesmacht hat rechtzeitig Hilfe mir gebracht. Du rettest vom ewgen Tod und nahmst meine Sündennot. O  wunderbar starke Liebesmacht!

(aus einem alten Liederbuch)

Leitverse: Johannes 4,23-24; Hebräer 10,19-22; Römer 15,6; 1. Petrus 2,5 

Die „wahren Anbeter“ sind dazu berufen, „in Geist und Wahrheit“ anzubeten, denn Gott ist Geist, und diejenigen, die Ihn anbeten,  müssen Ihn nach seinen Gedanken anbeten (vgl. Phil 3,3).

Im Geist anbeten

Der Gottesdienst Israels war bis ins Kleinste geregelt, der Mensch konnte das bringen, was der Sonnenuntegan-wurzelErdboden an Bestem und Edelstem hervorbrachte. Aber darin gab es nichts Geistliches; es handelte sich um einen Gottesdienst eines irdischen Volkes, dargebracht einem Gott, der sich noch nicht völlig offenbart hatte. 

Am Kreuz hat Gott dem Menschen in Adam ein Ende bereitet. Diejenigen, die von neuem geboren sind und an den Herrn Jesus  glauben, sind mit Christus gestorben (Röm 6,8). Durch die Neugeburt haben sie das neue Leben erhalten, welches das Wort  Gottes „Geist“ nennt: „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist" (Joh 3,6; vgl.  Röm 8,16). Das bedeutet, dass ein Ungläubiger, der die neue Natur nicht erhalten hat, nicht „im Geist“ anbeten kann so wie der  neue Mensch, der im Einklang ist mit dem, was Gott ist. Doch selbst Gläubige können ungeistlich sein. So konnte der Apostel  Paulus zum Beispiel zu den Korinthern „nicht reden als zu Geistlichen“, denn sie waren fleischlich (1Kor 3,1-2). Obwohl sie von  neuem geboren waren und seit ihrer Bekehrung das neue Leben besaßen, lebten und dachten sie auf fleischliche Art. Anstatt sich  dem Heiligen Geist, den sie doch erhalten hatten, unterzuordnen, ließen sie sich von menschlichen Prinzipien leiten. Der Heilige  Geist, der im Gläubigen wohnt (Eph 2,22), ist die göttliche Kraft, die den Gläubigen befähigt, „in Neuheit des Lebens zu wandeln“  (Röm 6,4). Die Anbetung solcher muss geistlich sein; dies ist eine moralische Notwendigkeit, von der man nicht entbunden werden  kann. Der Herr sagt es in Johannes 4,24 deutlich, dass der Heilige Geist die Kraft jeder wahren christlichen Anbetung ist. 

Es gibt keinerlei Form, keine vorgeschriebene Zeremonie für unsere Anbetung; das Neue Testament gibt keinerlei Vorschriften für  den Ablauf eines Gottesdienstes, so wie es bei den Israeliten bis ins kleinste Detail vorgeschrieben war. Im Wort Gottes werden uns weder das Gebet des Herrn noch seine Dankesworte bei der Einführung des Abendmahls weitergegeben, auch kein einziges  Lied, das in den Tagen der Apostel gesungen wurde, ist im Wort Gottes aufgeschrieben worden. Würden wir bei der christlichen  Anbetung zu alttestamentlichen Formen zurückkehren, ginge damit der Charakter der christlichen Anbetung verloren, das heißt der  Anbetung durch den Heiligen Geist (Phil 3,3).  

Im Geist anzubeten, bedeutet anzubeten nach der wahren Natur Gottes und in der Kraft der Gemeinschaft, die der Heilige Geist  gibt. Die geistliche Anbetung steht also im Gegensatz zu jeglicher zeremoniellen Form und aller Religiosität, die das Fleisch zu  erfinden fähig ist. Gott in Wahrheit anzubeten, bedeutet, Ihn anbeten nach dem, was Er selbst geoffenbart hat (J.N. Darby).

In Wahrheit anbeten

Die Anbetung soll nicht nur „im Geist“ geschehen, sondern auch in „Wahrheit“. Die Wahrheit ist das, was Gott von sich selbst  geoffenbart hat; es ist der Sohn, der Gott geoffenbart hat. Pilatus wusste nicht, dass derjenige, der mit Dornen gekrönt vor ihm  stand, die Wahrheit ist! Er fragte: „Was ist Wahrheit?“ Jesus war dazu „in die Welt gekommen, dass [er] der Wahrheit Zeugnis  gebe“ (Joh 18,37-38); Er war [und ist es immer noch] „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). 

Der Gottesdienst in Israel basierte auf dem, was Gott den Israeliten offenbart hatte; in gewissem Sinn war er deshalb auch schon  „in Wahrheit“. Aber jetzt hat Gott sich völlig geoffenbart: „… der offenbart worden ist im Fleisch …“ (1Tim 3,16). Und wir alle, die  geglaubt haben, kennen Ihn: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir  den Wahrhaftigen erkennen“ (1Joh 5,20). Durch die Neugeburt sind wir „Teilhaber der göttlichen Natur“ geworden (2Pet 1,4), durch  die wir Gott kennen können. Der Heilige Geist, der in uns wohnt, bewirkt durch dieses neue Leben die direkte Verbindung mit Gott  in uns. Wenn der Apostel Johannes sich in seinem Brief an die „Kinder“ in Christus, an die jungen Gläubigen, wendet, sagt er  ihnen: „Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles. Ich habe euch nicht geschrieben, weil ihr die Wahrheit nicht  wisst, sondern weil ihr sie wisst“ (1Joh 2,20-21). Ohne Zweifel gibt es ein Wachstum in der Erkenntnis der Wahrheit. Aber der  Heilige Geist wirkt im Gläubigen, um ihn in die „ganze Wahrheit“ zu führen (Joh 16,13)

Der wahre Ort der Anbetung

Joh 4,19-24: 19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg  angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. 21 Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an und wisst nicht, was; wir  beten an und wissen, was; denn das Heil ist aus den Juden. 23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen  Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 24 Gott ist ein  Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Heb 10,19-22: 19 Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum  Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, 20 auf dem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang  hin, das ist sein Fleisch, 21 und einen großen Priester haben über das Haus Gottes, 22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem  Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und so gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen  mit reinem Wasser.

Unter dem Gesetz war Jerusalem der Ort der Anbetung, der von Gott ausdrücklich dazu bestimmt wurde. David lernte dies, als der  Ewige sein Opfer, das er auf der Tenne Ornans dargebracht hatte, annahm (1Chron 21,28). Salomo, der die Wahl Gottes in Bezug  auf den Ort der Anbetung kannte, begann auf dem von David vorbereiteten Platz den Tempel zu bauen, und Gott gab ihm darauf  die Zusicherung, dass er gut gehandelt hatte und dass sein Name auf ewig dort wohnen würde (2Chr 3,1; 7,16).

Die Samariterin, die sich auf die Beziehung zu dem Gott Jakobs berief, kannte die Vorschriften der Heiligen Schrift nicht. Sie berief  sich auf das, was ihre Väter während Jahrhunderten praktiziert hatten, als der Tempel auf dem Berg Garizim das Zentrum der  Anbetung der Samaritaner gewesen war. Dennoch konnte solch eine Anbetung Gott nicht angenehm sein. Deshalb erklärt der Herr  Jesus ihr: „Ihr betet an was und wisst nicht, was; wir beten an und wissen was; denn das Heil ist aus den Juden“ (Joh 4,22). Diese  Worte widerlegen den Anspruch dieser Frau. Seine eigene Meinung zu haben über etwas, über das Gott seine Gedanken mitgeteilt  hat, ist gefährlich. Unsere Aufgabe ist es, unsere Gedanken den Gedanken Gottes unterzuordnen. Jesus spricht nicht mehr von  Jerusalem, sondern zeigt jetzt etwas Neues. Der Sohn Gottes ist auf die Welt gekommen, „… der offenbart worden ist im Fleisch“  (1Tim 3,16), „der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht“ (Joh 1,18). 

Wir befinden uns nicht mehr auf jüdischem Boden. Wir besitzen kein irdisches Heiligtum mehr (Heb 9,1), das nach göttlicher  Anweisung gebaut worden wäre. Der Herr sagte der Samariterin: „Es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in  Jerusalem den Vater anbeten werdet“ (Joh 4,21). Unser Ort der Anbetung ist die unmittelbare Gegenwart Gottes; der Ort, zu dem wir eingeladen sind einzutreten, ist das Allerheiligste, wovon die Stiftshütte in der Wüste ein Typus war. Christus ist dort als  Vorläufer eingegangen (Heb 6,20): Wir haben „Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu“ (Heb 10,19); nur dort  können wir Gott unsere Anbetung bringen. Wir verstehen nun, dass wir keinen irdischen Ort der Anbetung haben. Obwohl wir noch Pilgrime und Fremdlinge in dieser Welt sind, können wir durch Jesu Blut in das Allerheiligste eintreten, „auf dem neuen, lebendigen  Weg … durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch“ (Heb 10,20). Alle Gläubigen haben dasselbe Vorrecht, in das Allerheiligste  einzutreten: als A n b e t e r

Gemeinsame Anbetung

Joh 11,51-52: 51 Dies aber sagte er nicht von sich selbst aus, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, dass  Jesus für die Nation sterben sollte; 52 und nicht für die Nation allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins   versammelte. Röm 15,6: … damit ihr einmütig mit einem Mund den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht. 

Ohne Zweifel kann jeder gläubige Christ Gott als Einzelner dienen und Ihn anbeten, aber wahre Anbetung erfordert die  Zusammenkunft einer gewissen Anzahl von Gläubigen. Wir können das Werk des Herrn Jesus und die Liebe des Vaters nicht  betrachten, ohne Ihm gemeinsam mit anderen Kindern Gottes Dank und Lob zu bringen. Der Herr ist am Kreuz gestorben, um „die  zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln“ (Joh 11,52). Der Heilige Geist hat alle Gläubigen „zu einem Leib getauft“ (1Kor  12,13). Die Anbetung ist also grundsätzlich eine gemeinsame Handlung. Die Segnung, in die die wahren Anbeter eingeführt sind,  ist ein gemeinsames Teil. Jeder empfindet Freude, die mit den Segnungen, die seine Brüder empfangen, verbunden ist. Vereint im  selben Lobpreis sind die Herzen auf das Haupt der himmlischen Familie gerichtet, auf Ihn, der gesagt hat: „Ich will deinen Namen  meinen Brüdern kundtun; inmitten der Versammlung will ich dir lobsingen“ (Heb 2,12).

Der Herr allein hat unter den Seinen die Autorität. Er übt sie aus durch den Heiligen Geist, der in der Versammlung wohnt. Was den  Ablauf der Anbetungsstunde betrifft, so gibt es keine vorher festgelegte Ordnung für den Ablauf; der Herr hat die Freiheit, den zu  gebrauchen, den Er will. 

Welch ein schönes Bild der gemeinsamen Freude, die wir empfinden, wenn wir, mit dem Herrn Jesus in unserer Mitte, unter Gottes  Augen vereint sind, um uns an unseren anbetungswürdigen Herrn zu erinnern und uns von Ihm zu nähren! Alle Gläubigen sind  eingeladen, solch eine Versammlung zu verwirklichen. Aber im weiten Raum der Christenheit gleichen nur wenige Versammlungen  diesem Bild. Man hat so sehr vergessen, was oder wie wahre Anbetung ist! Der Name Gottes wird in manchen sogenannten  Gottesdiensten, wo oft der Mensch wichtiger ist als Gott selbst, verunehrt! (R.B.)

Der Mittelpunkt der Anbetung

Sonnenuntergang-StockMt 18,20: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte. Heb 2,12: Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun; inmitten der Versammlung will ich dir lobsingen. 1.Pet 2,5: … werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft,um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus.

Ist wirklich Christus unser alleiniger Mittelpunkt der Anbetung, sodass wir nichts anderes bedürfen, was uns anzieht? Er ist „ein Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte, die der Herr errichtet hat, nicht der Mensch“ (Heb 8,2). Genügt uns Jesu Name, dass wir uns nach der Verheißung der Schrift zu Ihm versammeln (Mt 18,20)? Die Glieder seines Leibes, die Versammlung, diese lebendigen Steine seines Tempels, genügen sie uns, um Ihn anzubeten? Diese Anbetung findet nicht in einem irdischen Heiligtum statt, sondern in den himmlischen Regionen, in Christus. 

Kein Mensch hat die Autorität, um die Versammlung in der Anbetung zu leiten. Beim Dienst am Wort ist das natürlich schon so, aber niemals bei der Anbetung! „Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat …“ (1Kor 12,14). Es ist wahr, dass im Judentum die Priester sich für das Volk Gott näherten, aber nur Aaron hatte die Vormachtstellung über sie. Im Christentum sind alle Gläubigen Priester (1Pet 2,5.9; Offb 1,6); nur Christus hat die Vollmacht über sie. Keine einzige Stelle im Neuen Testament zum Thema Anbetung (wie z.B. Eph 2,18; Heb 9; 10; 1Pet 2,4-5) legt den Gedanken nahe, dass es für die Anbetung ein spezielles Amt geben müsse. Christus wurde gepriesen als Mensch zur Rechten Gottes des Vaters, wo Gott Ihn „als Haupt über alles der Versammlung gegeben“ hat (Eph 1,20.22). Wir, die wir tot waren in unseren „Vergehungen und Sünden“, wir wurden „mit dem Christus lebendig gemacht“, und Gott „hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christus Jesus“ (Eph 2,1-7). Durch Gnade sind wir errettet; deshalb gibt es jetzt keinen Unterschied mehr zwischen den Gläubigen aus den Juden und aus den Nationen. Die Mauer, die durch das Gesetz und die Gebote dazwischenstand, wurde durch das Kreuz beseitigt. Die Feindschaft zwischen Juden und Heiden (Nationen) ist beendet, und durch die Auferstehung Jesus Christi sind sie zu einem neuen Menschen geschaffen; der Friede ist entstanden durch Christus. Er ist das Haupt im Himmel und durch Ihn haben wir und sie den Zugang zum Vater in einem Geist (Eph 2,8.18).

Was für einen kostbaren Mittelpunkt der Anbetung haben wir doch! Wenn die Heiligen ihre Berufung wirklich kennen würden, könnten sie eine andere Grundlage oder einen anderen Ort der Anbetung wünschen als Christus? Er ist die Vollendung des Leibes, Er ist das Leben der Versammlung. Die Glieder sind eins mit Ihm und durch den Heiligen Geist, der jedes Glied zu Christus zieht, auch untereinander verbunden.

In Hebräer 9 und 10 wird uns der Gegensatz zwischen dem Judentum und dem Christentum aufgezeigt; wir benötigen außer Christus niemanden, der zwischen uns und Gott vermittelt. Im Judentum unter dem Gesetz war es dem Volk nicht erlaubt, sich Gott zu nähern. Die Priester konnten jederzeit in das Heilige des Tempels eintreten, um für das Volk den Dienst zu verrichten (Heb 9,1.6). Aber diese Priester durften nicht ins Allerheiligste eintreten; ein Vorhang trennte sie von Gott. Nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr ins Allerheiligste eintreten. Es war ein System, welches das Volk von Gott fernhielt; der Weg ins Allerheiligste war noch nicht offen (3.Mo 16; Heb 9,7-8). Die dargebrachten Opfer konnten das Gewissen nicht vollkommen reinigen. Es gab keinen Zugang zu Gott und kein Gewissen war gereinigt. Ein unvollkommener Hohepriester war im Zentrum der Anbetung. Er musste für sich selbst und für das Volk opfern. Aber jetzt, gelobt sei Gott, wissen wir, dass das vollkommene Opfer Jesu die Sünde ein für alle Mal hinweggetan hat, und sein Blut wäscht immerfort die Gewissen rein (Heb 10,12-14). Christus ist durch seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt der offene Weg zum Ort der Anbetung. Der Vorhang ist durch seinen Tod zerrissen; dank seines vergossenen Blutes haben wir „Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum“ und finden in Ihm unseren großen Hohenpriester. Er ist der vollkommene Mittelpunkt unserer Anbetung und in Ihm haben wir völlige Genüge für unsere Anbetung; durch Ihn nähern wir uns ohne Furcht Gott (Heb 10,19-22).

Christus ist der lebendige Eckstein des Baues, in welchen wir eingebaut sind. Er wurde von denjenigen verworfen, welche im Judentum gebaut haben; aber durch seinen Tod und Auferstehung ist Er das Fundament geworden. Er, der Eckstein des Hauses, ist in den Himmel gestiegen, um so den Himmel und die Erde zu vereinen. Wir kommen zu Ihm „als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar“ ist, und wir werden „selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen geistliche Opfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus“ (1Pet 2,4-5).

Finden wir in diesem Abschnitt etwa ein spezielles Priesteramt? Zuerst finden wir das Bild des Leibes, der mit dem Haupt verbunden ist. Das ist die Versammlung; Christus als Haupt des Leibes ist als Zentrum der Anbetung vollkommen genügend. Zweitens finden wir das Bild eines großen Hohenpriesters inmitten einer Familie von Priestern, die sich alle auf der gleichen Ebene befinden und die sich alle auf derselben Grundlage Gott nähern dürfen, nämlich durch das Blut Jesu. Drittens gibt es das Bild eines Baues, in welchem Christus das Fundament und der Eckstein ist, in welchem alle lebendigen Steine sowie Himmel und Erde vereint sind. Seitdem der Vorhang, der die Priester von Gott trennte, zerrissen ist, beten der wahre Aaron und seine Söhne (Christus und die Gläubigen) im Heiligtum an und opfern geistliche Opfer, welche Gott angenehm sind durch Jesus Christus.

Betrachten wir Christus in seinen verschiedenen Eigenschaften. Wir sehen Ihn als auferstandenen und in den Himmel gefahrenen Menschen, den Gott gesetzt hat „über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen“ (Eph 1,21). Gott „hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung geben, die sein Leib ist“ (Eph 1,22). Christus ist der Mensch nach dem Ratschluss Gottes, ausgesondert von Ewigkeit her, vor der Erschaffung der Welt (Spr 8,23). Er wurde zur festgesetzten Zeit in diese Welt geboren. In Ihm hat Gott „uns kundgetan das Geheimnis seines Willens, nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist — in ihm“ (Eph 1,9-10). In dieser Herrlichkeit des Tausendjährigen Reiches wird der ganze Himmel um Ihn versammelt sein, um auszurufen: „Würdig ist das Lamm!“ (Offb 5,12). Ebenso wird es auf der ganzen Erde sein, denn der Herr wird König sein und Israel wird der Mittelpunkt dieses Königreiches sein (Sach 14,9.16-17).

Sind wir eingetreten in den Gedanken des Planes Gottes, so wie er uns in Bezug auf Christus offenbart ist? Wenn es der Ratschluss Gottes ist, Christus als Haupt über alles im Himmel und auf der Erde einzusetzen, so hat Gott Ihn im Himmel schon jetzt eingesetzt als „Haupt über alles der Versammlung, die sein Leib ist“ (Eph 1,22-23); jetzt ist es der Platz jedes Gläubigen, Glied an seinem Leib zu sein, von Ihm, der das Haupt ist. Der Gläubige wird zu Ihm, dem Haupt, hingezogen und findet in Ihm den Ursprung, „aus dem der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt, das Wachstum Gottes wächst (Kol 2,19).

Betrachten wir Ihn auch als den Sohn des lebendigen Gottes: Er ist der Grundstein und der Eckstein des geistlichen Hauses Gottes, das von den Pforten des Hades nicht überwältigt werden kann. In Matthäus 16,18 sagt Jesus: „Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen.“ Wer ist diese wunderbare Person? Er ist „die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens“; Er ist derjenige, den die Engel anbeteten, als Er in die Welt kam. Von Ihm wurde gesagt: „Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände. Sie werden untergehen, du aber bleibst; und sie alle werden veralten wie ein Gewand, und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, und sie werden verwandelt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht vergehen“ (Heb 1,3.6.10-12). Ja, vor Grundlegung der Welt, von Ewigkeit her war Er da. Der Apostel konnte bei solch einer Person gut Zuflucht finden, wenn die Kirche äußerlich zerfiel: „Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind“ (2Tim 2,19).

Er ist „der Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses“ (Heb 3,1). In 2. Mose 18 ist der Hohepriester, der mit herrlichen und schönen Kleidern angetan war, nur ein schwaches Abbild dessen, der „sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln“. Angetan mit Kleidern der Gerechtigkeit und des Heils, trägt Er die Seinen auf seinen starken Schultern und auf seinem Herzen voll Liebe. Er ist der „Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte, die der Herr errichtet hat, nicht der Mensch“ (Heb 8,1-2).

Ist Er wirklich das Fundament und der Mittelpunkt unserer Anbetung? Sind wir uns bewusst, dass, wenn wir zum Namen des Herrn Jesus versammelt sind, Er allein der Mittelpunkt der Versammlung ist und das Band, das alle Glieder am Leib verbinden kann (Mt 18,20)? Wir sind in Liebe verbunden mit allen anderen Gliedern dieses einen Leibes: „Da ist ein Leib und ein Geist“ (Eph 4,4). Wir haben in unserer Mitte den, der das Haupt des Leibes ist, und wir sind [beim Abendmahl] unter den Blicken des Vaters versammelt, in Gegenwart der Zeichen des Todes unseres Herrn und Retters. Indem wir daran teilnehmen, erinnern wir uns an Ihn und verkündigen wir seinen Tod, bis dass Er kommt (1Kor 11,26). Mit Liedern und Danksagung begleiten wir unseren Gottesdienst, aber das Abendmahl, als Ausdruck dessen, was das fundamentale Zentrum ist, ist der Grund unseres Lobes. Jeder Anbeter erinnert sich dessen, was in den Augen Gottes das Kostbarste ist: nämlich der Tod seines geliebten Sohnes.

Ist es unser Wunsch, Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus „ein Opfer des Lobes, das ist die Frucht der Lippen“ (Heb 13,15), darzubringen, sowohl in unseren Häusern als auch in unseren Versammlungen, wenn wir zum Tisch des Herrn versammelt sind? Dann werden wir einen Vorgeschmack dessen erhalten, woran wir uns in der zukünftigen Herrlichkeit der Vollendung erfreuen dürfen. Hier auf der Erde beginnt der ewige Lobgesang derjenigen, die der Herr erkauft hat.

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Juda bedeutet aus dem Hebräischen übersetzt “Lobpreis” und Ephraim “doppelter Segen.”